DEATH NOTE: L CHANGE THE WORLD L: CHANGE THE WORLD
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JAPAN • 2008 129 MIN • FSK 16 THRILLER
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| REGIE | | Hideo Nakata |
| DARSTELLER | | Kenichi Matsuyama, Youki Kudoh, Mayuko Fukuda, Kiyotaka Nanbara, Sei Hiraizumi, Kyoji Fukuda, Bokuzo Masana, Yuta Kanai, Megumi Sato, Renji Ishibashi, Shunji Fujimura, Shingo Tsurumi, Masanobu Takashima |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Es bleibt ein Rätsel, weshalb der dritte und letzte Teil der Live-Action-Saga aus dem Death Note-Universum bei vielen Fans immer noch so
gut ankommt, hat Death Note: L Change The World von allem, was die Death Note-Filme einst ausgemacht
hat, nichts mehr vorzuweisen. Außer den jungen Meisterdetektiv L natürlich. Aber der Film hätte auch ohne ihn (nicht) funktioniert.
Nahtlos knüpft Death Note: L Change The World an die Vorgänger an. Allerdings nur, um sich mit dem Verbrennen der Death Note-Bücher von diesen
und allem, was damit zusammenhängt, zu distanzieren. Und so ist Death Note: L Change The World nach zehn Minuten ein ganz eigenständiger Film,
der als Hauptfigur zufällig den Meisterdetektiv L (Kenichi Matsuyama) vorzuweisen hat. Der hat auch diesmal wieder einen Fall zu knacken, welcher sich leider wie die ausgelutschte Story
eines minderwertigen B-Actionfilmchens liest:
Eine Gruppe Umweltaktivisten würde gern mit Hilfe eines künstlich geschaffenen Todesvirus die Erde von der lästigen Menschheit säubern. Allerdings nur, wenn für den Virus auch ein passender
Impfstoff bereitsteht. Den trägt aber Schülerin Maki (Mayuko Fukuda), Tochter des megatheatralisch verstorbenen Virusschöpfers, in sich. Also müssen die Bösewichte Maki in ihre Fänge bekommen.
Dumm nur, dass Maki neben dem Antiserum auch den Virus in sich trägt, der jederzeit ausbrechen könnte, und sie eben bei L Zuflucht und Beistand gefunden hat.
Klingt so, als könnte der Film auch eine Steven Seagal-Gurke sein. Und nach der einleitenden Sequenz, die das Ende von Death Note: The Last Name
von einem anderen Blickwinkel beleuchtet und dann all das, was sich die beiden ersten Filme aufgebaut haben, taktlos in den Boden stampft, sieht der Film auch erst einmal so aus. Mit
Billigkamera werden vom Virus übel zugerichtete Hinterwäldler in Thailand beim Am-Boden-Herumwälzen gezeigt, bevor man das ganze Dorf und damit die Möglichkeit einer Virusverbreitung
wegbomben möchte. Nur ein kleiner Junge mit Topfdeckelhaarschnitt kann der CGI-Explosion entkommen und schafft es dann auch glatt nach Japan, direkt bis in Ls neue schummrige Behausung. In
Japan wird es zwar optisch besser, und man hat durch L auch etwas Bekanntes mit Sympathiewerten, an das man sich klammern kann, aber sonst bleibt der Film höchstens so mittel. Die
Klischee-Bösewichte nerven mit knallhartem, skrupellosem Benehmen und einer absolut hirnrissigen Mission. Da wollen sie die gesamte Menschheit mit einem Virus auslöschen, stellen als Bedingung aber
erst die Bereitstellung eines Gegenmittels und überlegen dann ernsthaft, wie man den Virus als Kampfstoff kommerziell verbreiten könnte, anstatt es einfach auf die Menschheit loszulassen.
Der Impfstoff, der offiziell noch nicht existiert, ist zwar in Makis Blut vorhanden, der Weg dorthin ist aber durch mathematische Rätsel verschlüsselt. Welch ein Glück, dass es sich bei L,
dem namenlosen Jungen aus Thailand (oder zumindest wurde er nie nach seinem Namen gefragt) und der bösen Umweltaktivistin Dr. Kujo (Youki Kudoh) um Mathegenies handelt und auch der helfende
Wissenschaftler es schließlich innerhalb weniger Stunden schafft, ein Antiserum herzustellen, für das er einen Dialog früher angeblich noch »eine Milliarde Yen und 5 Jahre Forschungsarbeit«
benötigt hätte.
Der Weg zum Finale ist also eine Holperstrecke voller Logiklöcher, die auch Ls Charakter in eine neue Richtung treibt. Zwar ist er immer noch der merkwürdige Typ mit Zuckersucht, viel Kajal und
schlechter Körperhaltung, wird hier aber beinahe schon gesellig und gesprächig, trägt fast den ganzen Film über Schuhe und hält sich vor allem draußen auf. Ls neuester Fall braucht eben kein
stundenlanges Hocken vor Monitoren, kein durchdachtes Katz-und-Maus-Spiel oder gewitzten Schlagabtausch zwischen hochintelligenten Hauptfiguren. Death
Note: L Change The World ist ein waschechter Virusthriller, in dem L eigentlich nichts verloren hat. Und weil zu allem Übel Ring-Regisseur
Hideo Nakata Regie führte, darf man sich in der ein oder anderen zähen Szene in Geduld üben. Auch das hölzerne Spiel einiger Darsteller wird hier auf die Spitze getrieben und Szenen wie der
Märtyrertod von Makis Vater sind durch ihre Aufdringlichkeit eher unfrewillig komisch.
Schon im Ring-Universum vergraulte man mit dem letzten Teil, Ring – Spiral, die verbliebenen
Zuschauer durch eine völlig idiotische Virusgeschichte. Bei Death Note: L Change The World ist man auf bestem Wege dorthin, zumal der Film mit seinen
Vorgängern nach einer kurzen Anfangssequenz rein gar nichts mehr zu tun hat. Letztendlich ist es dann der Figur L zu verdanken, dass sich der Film durch Kenichi Matsuyamas leidenschaftliche
Porträtierung eines skurillen Charakters einen Teil der Death Note-Faszination bewahrt. Eine Mogelpackung bleibt das trotzdem und so könnte Death Note: L Change The
World für viele zu einer herben Enttäuschung werden.
© Shaoshi, 1. August 2011 |
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