DEATH NOTE Desu Noto
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JAPAN • 2006 127 MIN • FSK 12 THRILLER
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| REGIE | | Shusuke Kaneko |
| DARSTELLER | | Tatsuya Fujiwara, Kenichi Matsuyama, Asaka Seto, Yuu Kashii, Shigeki Hosokawa, Erika Toda, Shunji Fujimura, Takeshi Kaga, Sota Aoyama, Norman England, Michiko Godai, Miyuki Komatsu |
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KOMMENTAR | |
Als Manga und Animé ist Death Note längst ein Hit. Kein Wunder, dass auch die Live-Action-Verfilmungen ihre Fangemeinde haben. Momentan gibt es
drei solcher Verfilmungen, die hierzulande gern als Trilogie vermarktet werden, auch wenn der dritte Teil (Death Note: L Change The World)
höchstens noch als Spin-Off durchgehen kann. Die ersten beiden Teile, Death Note und Death Note: The Last
Name, erzählen dabei die eigentliche (aber nicht vollständige) Handlung des Mangas nach und können mehr als ein Zweiteiler denn als zwei eigenständige Filme gelten.
Dem Jurastudenten Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) fällt ein seltsames Notizbuch in die Hände—das Death Note. Durch dieses besitzt er nun nicht nur die Macht über Leben und Tod, sondern erlangt auch noch
die Fähigkeit, die unansehnliche Computeranimation Ryuk aus dem Totenreich zu sehen. Zum Glück besitzt das Death Note eine Gebrauchanweisung, die nicht nur dem Zuschauer sondern auch Light gelegen
kommt. Denn die Personen, deren Namen in dieses Notizbuch geschrieben werden, sterben kurz darauf. In der Default-Einstellung geschieht dies durch Herzversagen, aber auch komplexere
Todesursachen können darin notiert werden. Light probiert das Buch sogleich aus. Und weil es tatsächlich zu funktionieren scheint, will der arrogante Student seinen Traum von einer besseren
Welt in die Tat umsetzen. Bald sterben überall auf der Welt Verbrecher scheinbar zusammenhangslos an Herzversagen. Die Ermittler, deren Boss zufällig Lights Vater ist, glauben nicht an einen
Zufall und sind sicher, dass sich ein ganz besonders gewitzter Mörder, der unter dem Decknamen Kira agiert, hinter dieser Todesserie verbirgt. Zur Unterstützung suchen sie den jungen Meisterdetektiv L (Kenichi Matsuyama) auf, der nicht nur alles, was süß ist, in rauhen Mengen verschlingt, sondern auch ein hochintelligentes Genie ist. Bald kommt er Light auf die Spur, schafft es aber nicht, ihn zu fassen geschweige denn seinen Verdacht zu bestätigen. Denn der nicht minder intelligente Light, der längst gemerkt hat, dass man ihm auf der Spur ist, sucht verbissen nach Möglichkeiten, den Verdacht von sich zu lenken. Neben einer gesäuberten Welt ist Light das eigene Wohl am allerwichtigsten und so kommt er bald nicht mehr umhin, auch in seinem engeren sozialen Umfeld ein bisschen Gott zu spielen.
Death Note ist ein guter Beweis dafür, dass Zeichentrick und Comics nicht unbedingt für Kinder sind. Denn die gut durchdachte Story, welche die
gemalten Vorlagen liefern, fasziniert nicht nur durch die Idee eines Todesbuchs, sondern spielt auch mit heißen Eisen wie »Säuberungsaktionen« und Gottspielen und beleuchtet Mord auf den
ersten Blick nicht als etwas Unanständiges, sondern etwas Notwendiges. So hat Student Light durchaus den edlen Hintergedanken, Verbrecher zu bestrafen und die Welt zu einer sicheren und
friedlichen zu machen. Dass der Weg des Mordens nicht der richtige ist, stellt sich zwar bald heraus, doch befindet sich der selbstgerechte Light inzwischen so tief im Schlamassel, dass das
Morden immer weitere Kreise zieht. Eine verzwickte Sache, ist Light doch eine Hauptfigur, die das Gute und das Böse in sich vereint.
Ihm gegenüber steht Detektiv L, der auf ganz eigene Weise in seinen Bann zieht. Von vielen wird die Figur des L bereits als der genialste Charakter aller Zeiten gehandelt. In Japan längst eine
Stilikone, könnte die Figur hierzulande dem konventionellen Zuschauer nicht ganz so gut bekommen, trägt der junge Mann doch ziemlich viel Eyeliner und frisst quasi pausenlos bunte Süßigkeiten
in sich hinein. Das ist so herrlich schräg und anders, dass man einfach nicht wegsehen kann. Hinzu kommt die schlechte Körperhaltung, mit der L in seiner dunklen Bude herumlungert, und das
schlaksige Gebärden, das ihn in der Tat zu einem unvergesslichen Charakter macht.
Wenn also eine so schräge wie intelligente Figur wie L auf eine Figur wie den nicht weniger intelligenten und faszinierenden Light trifft, ist gewitzter Schlagabtausch vorprogrammiert. In
den gezeichneten Vorlagen dürfte dieser zwar detaillierter und tiefgreifender vonstatten gegangen sein, aber auch in der kompakten Zwei-Stunden-Version mit echten Menschen bleibt genug
Material übrig, das unser Hirn anspricht und eventuell sogar zum Nachdenken anregt.
Kleinere Abstriche müssen bei Death Note allerdings trotz allen Lobes gemacht werden. Dass die Polizisten gleich auf einen Serientäter schließen,
nur weil ein paar Kriminelle recht zeitgleich eines natürlichen Todes sterben, wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen. Ein wenig mehr Abwechslung als die ständigen Herzattacken hätte man
sich beim Morden ebenfalls gewünscht. Auch die Regie ist stellenweise etwas zu langatmig geraten, worüber man aber gerne hinwegsieht, wenn doch alles
andere stimmt.
Lässt man mal außer Acht, dass Death Note an der spannendsten Stelle zu Ende ist, haben wir es mit einem faszinierenden Thriller zu tun, der
nicht nur schön japanisch geworden ist, sondern auch durch Spannung, Intelligenz und skurille bis herrlich undurchsichtige Charaktere besticht. Wem Death Note gefallen hat, für den ist der zweite Teil Death Note: The Last Name absolute Pflicht, da man
nur dort das Ende der Geschichte herausfinden wird und viele neue Aspekte rund um das Notizbuch des Todes eingeworfen werden. Überhaupt wirkt der erste Teil von Death Note ein bisschen so wie der Auftakt zu etwas noch viel Größerem. Gelungene, wenn auch etwas gestraffte Verfilmung des Kult-Mangas.
© Shaoshi, 24. August 2011 |
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