ONG BAK Ong-Bak
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THAILAND • 2003 100 MIN • FSK 16 ACTION
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| REGIE | | Prachya Pinkaew |
| DARSTELLER | | Tony Jaa,
Petchtai Wongkamlao, Pumwaree Yodkamol, Suchao Pongwilai, Chumphorn Thepphithak, Chatewut Watcharakhun, Wannakit Sirioput, Rungrawee Barijindakul, Chatthapong Pantanaunkul, Nudhapol Asavabhakhin, Pornpimol Chookanthong, Udom Chouncheun |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Der 1973 verstorbene Kampfsportler Bruce Lee gilt seit vielen Jahrzehnten als Kult und auch Jackie Chan oder Jet Li haben bekanntermaßen eine begeisterte Fangemeinde. Umso
erfreulicher dürfte es also sein, dass die nächste Martial-Arts-Legende in spe mal kein Chinese ist, sondern aus Thailand kommt. Seit Tony Jaa, der gleich in mehreren
Kampfsportarten perfekt ausgebildet ist, mit seiner Hauptrolle in Ong Bak 2003 der internationale Durchbruch gelungen ist, hat
er auch hierzulande viele Fans gewonnen. Man muss allerdings schon einige Hühneraugen zudrücken, um diesen Film als das Kultmaterial zu befinden, als das er so oft gehypt
wird.
Das transparente Nichts an Handlung wird dadurch zusammengehalten, dass der Kopf einer heiligen Buddhastatue aus einem Dorf gestohlen wird, woraufhin Ting (Tony Jaa) nach Bangkok
reist, um den Kopf zurückzuholen. Und weil man mit jeder weiteren Handlung überfordert wäre, lässt man Ting ziemlich sinnlos durch die Stadt stolpern, wo er harte
Ringkämpfe überstehen muss, von allerhand Bösewichtern wie in einem 2D-Jump’n’Run-Spiel durch die Straßen gejagt wird und ziemlich zufällig auf die richtige Spur der
Buddha-Diebe und den entführten Buddha-Kopf stößt.
Zugegeben, auch Bruce Lees Klassiker waren alles andere als spannende Filme mit dichter Handlung, aber was uns Thailand mit Ong
Bak auftischt, ist fast schon eine Frechheit. Zumal man ja bereits das neue Jahrtausend schreibt und nicht die 1960er/1970er, wo man handlungstechnisch noch etwas
einfacher gestrickt war.
In Szenen, in denen Bruce Lee nicht gekämpft hat, überzeugte er mit seiner einzigartigen Ausstrahlung; Knollennase Jackie Chan rettet sich mit Slapstickeinlagen und Humor
und Jet Li mit seiner Vielseitigkeit. Tony Jaa mangelt es leider an allem. Er besitzt kein bisschen Charisma, ist bierernst und ein ziemlich eindimensionaler Schauspieler.
Wenn er nicht gerade kämpfen oder fliehen muss, muss er sich zu allem Übel durch ein furchtbar hohles Drehbuch bugsieren, das ihn kein bisschen positiv dastehen lässt. Er wirkt dann eher
dumm und unfreiwillig lächerlich, und das nicht nur, weil er einen naiven Dorftrottel spielen muss.
Für eine Schauspielkarriere ist das normalerweise der Todesstoß. Jedoch wurde nie behauptet, dass Tony Jaa als toller Schauspieler glänzen würde. Im Gegenteil. Überzeugen kann er nur
in den Actionsequenzen, und genau wegen diesen sieht man sich Ong Bak schließlich an. Passend zur Zurschaustellung von Jaas Können arbeitet
man dabei viel mit Zeitlupen und einem überaus monotonen, billigen Soundtrack. Zwar wird versucht, uns durch diese Inszenierung glauben zu machen, wir hätten es mit einem coolen, tollen Film zu
tun, doch leider lässt sich so nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es bei Ong Bak mit Schund zu tun hätten, besäße Tony Jaa nicht diese
unverschämte Körperbeherrschung. Die rasanten Szenen schaffen es nämlich mit Leichtigkeit Tony Jaas Können ins rechte Licht zu rücken. Ohne Zweifel sind die Actionsequenzen der Kern des primitiven Filmchens. Die Härte, Schnelligkeit
und damit oft einhergehende Kürze der Kämpfe ist schon erstaunlich. Wenn Tony Jaa im Ringkampf blitzschnell auf den Gegner losgeht, wirkt das wie in einem Tekken-Spiel.
Seine Wendigkeit wird zwar auf arg primitive Weise bis ans Äußerste getrieben, wenn er wie in einem alten Jump’n’Run-Spiel besonders dämliche Hindernisparcours auf der Straße bewältigen muss, aber
dass der Mann agil ist und mit perfekter Körperbeherrschung prahlen kann, muss sich selbst der genervteste Zuschauer beeindruckt eingestehen. Kein Wunder also, dass sich Tony Jaa trotz solcher
Filmgurken einer internationalen Fangemeinde erfreuen darf.
Bekäme man für Tony Jaa-Filme bessere Drehbücher und Jaa selbst eine gute Schauspielausbildung, könnte man in der Tat auf einen sehenswerten Film hoffen. So bleiben bei Ong
Bak lediglich Tony Jaas Kampfkünste positiv im Gedächtnis, was aber noch nicht zur guten Gesamtwertung reicht. Bleibt also zu hoffen, dass die Zukunft Besseres bringt. Mit Tom
Yum Goong hat man 2005 allerdings bewiesen, dass man bedauerlicherweise noch viel schlechtere Filme drehen kann.
© Shaoshi, 5. Januar 2011 |
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