LOOKING FOR MR. PERFECT Kei Fung Dik Sau
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HONGKONG | MALAYSIA • 2003 101 MIN KOMÖDIE
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| REGIE | | Ringo Lam Ling-Tung |
| DREHBUCH | | Ringo Lam Ling-Tung |
| DARSTELLER | | Shu Qi,
Andy On Chi-Kit, Simon Yam Tat-Wah, Chapman To Man-Chak, Ruby Wong Cheuk-Ling, Raymond Wong Ho-Yin,
Lam Suet, Hui Siu-Hung, David Wu, Wayne Lai Yiu-Cheung, Nelson Cheung, Isabel Chan Yat-Ning, Crystal Tin Yiu-Lei, Godfrey Ngai, Cody Lee, Mike Cassey |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Hongkong-Regisseur Ringo Lam ist ja eher für seine knallharten Actionstreifen bekannt, weshalb es etwas überraschend ist, dass er sich mit Looking For Mr. Perfect mal an einer leichtfüßigen Komödie versucht hat, deren Titel obendrein noch so klingt wie eine dieser unerträglich vielen RomComs. Und das hätte der von Johnnie To produzierte Stoff auch leicht werden können, wenn man die Schwerpunkte anders gelegt hätte.
Hongkong-Cop Grace (Shu Qi) braucht dringend Erholung, nachdem sie im Dienst einen Gangster getötet hat. Da kommt das Angebot gerade recht, ihre Freundin, das Model Joey (Isabel Chan), auf ihrem Fotoshooting-Trip nach Malaysia zu begleiten. In Malaysia wartet allerdings nicht die erwünschte Erholung, denn Joeys schmieriger Agent Bobby Chan (Lam Suet) steht unter Verdacht mit einem brandheißen, gestohlenen Militärsgerät handeln zu wollen—und die Undercover-Agenten Alex (Andy On) und sein Partner (Hui Siu-Hung) halten Grace und Joey für potentielle Käufer. Sie lassen ihr Zimmer überwachen, hängen ihnen dicht an den Fersen und zu guter Letzt soll Alex auch noch mit Grace anbandeln, um Infos aus ihr herauszubekommen. Brisant wird die Sache erst, als Graces unliebsames, diebisches Anhängsel (Chapman To) ohne es zu wissen tatsächlich Unterlagen zu besagtem Gerät gestohlen hat und nun arg in Bedrängnis gerät.
Gut, genaugenommen basiert die Grundidee von Looking For Mr. Perfect auf einer Verwechslung und wenn man sich die genauer ansieht, wirkt die ganz schön an den Haaren herbeigezogen. Zwei Profis halten also zwei völlig unschuldige Frauen für Gangster, obwohl die sich nicht einmal auf irgendeine Weise verdächtig benehmen. Das könnte so manchem den Filmspaß verderben, doch wenn man großzügig darüber hinwegsieht—und das sollte man—entpuppt sich Looking For Mr. Perfect als überraschend unterhaltsamer Filmspaß. Zweckmäßige bis alberne Gags, bei denen alle Register gezogen werden, ein bisschen Slapstick und viel Situationskomik kitzeln so manchen Lacher aus dem Zuschauer, egal ob nun beim Fotoshooting mit Joey rund um schwule Fotografen und unliebsame Tiere, um Graces nervigen Informanten (Chapman To) oder ihre nachgereisten Verehrer, die versuchen, sich gegenseitig auszustechen, obwohl Grace sowieso an keinem von beiden Interesse hat. Interessiert ist sie nur an dem weißen Anzug tragenden Alex, den sie schon in ihren Träumen gesehen hat und deshalb als ihren Traummann ansieht. Dass zwischen Shu Qi und Andy On aber keine richtige Romanze zustande kommst, ist vermutlich nicht einmal verkehrt, weil das den Film nur unnötig zäh werden ließe. Zudem besitzt Andy On den Charme eines amerikanischen Holzfällers und wäre in so einer Situation vermutlich eh überfordert gewesen.
So ganz kann Ringo Lam seine Wurzeln im Actionbereich nicht leugnen, weshalb ein Großteil des Films auch rasant und voller Action daherkommt. Die ist aber überraschend harmlos und dafür umso spaßiger, denn Verfolgungsjagden auf Jet-Skis werden mit Ferienclub-Musik unterlegt und statt Explosionen bekommt man nassgespritzte Passanten zu sehen, die von den Stegen purzeln. Außerdem attackiert man sich anstatt mit Schusswaffen lieber mit Bienen, Schirmen, Melonen und Blumentöpfen, bis sich sogar die übergebliebenen Sonnenblumen in ihren Töpfchen vor Angst zitternd zusammenziehen (ja, auf dem Niveau geht es zu!). Verletzt wird dabei keiner. Immerhin darf man zwar mit Melonen, Äpfeln und Bananen schmeißen, nicht aber mit Durians, da die stachelige Stinkfrucht zu brutal wäre. Findet zumindest die Freundin des exzentrischen Oberbösewichts Poon (Simon Yam). Simon Yam dürfte wohl die skurrilste Rolle des Films innehaben, denn er tritt hier doch tatsächlich im rosa Anzug und dauerstepptanzend auf und beherrscht das Fingerschnipsen besser als das Sprechen. Nicht unbedingt das, was man sonst so von ihm gewohnt ist, doch schafft er es, auch den grotesken Bösewicht mit viel Charme an den Mann zu bringen.
Man darf sich von dem langweiligen 0815-Titel nicht in die Irre führen lassen, denn Looking For Mr. Perfect ist
weitaus besser als der Titel vermuten ließe. Mit Ringo Lams gewohnt solider Regie wird auch eine lockerleichte Gute-Laune-Urlaubskomödie zum rasanten Popcorn-Kino voller Brüller, die sich stellenweise als relativ subtil oder aber derbe albern entpuppen. Wer dem Hongkong-Humor, bei dem alles möglich ist, nicht ganz abgeneigt ist, dürfte sich hier köstlich amüsieren. Bei so viel spaßiger Unterhaltung fällt dann zum Glück gar nicht auf, dass die Story teilweise etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist oder Shu Qis Figur im Laufe des Films immer mehr ihren Hauptpersonencharakter verliert. Zuletzt behält man sowieso nur Simon Yam in seinem rosa Anzug im Gedächtnis, der sich bei jedem Auftritt erst mal einen Wolf steppt. Looking For Mr. Perfect ist zwar ein wenig seltsam in seiner unerwarteten Abgedrehtheit, aber trotzdem wahnsinnig witzig und sympathisch. Geheimtipp!
© Shaoshi, 16. November 2010 |
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