MUSA - DER KRIEGER Musa
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SÜDKOREA | CHINA 2001 • 155 MIN • FSK 16 HISTORIENFILM
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| REGIE | | Kim Sung-Su |
| DARSTELLER | | Jeong Woo-Seong, Ahn Seong-Gi, Joo Jin-Mo, Zhang Ziyi, Park Yong-Woo, Park Jeong-Hak, Yoo Hae-Jin, Jeong Seok-Yong,
Lee Doo-Il, Han Yeong-Mok, Yu Rong Guang, Song Jae-Ho |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Anstoß für das Epos Musa - Der Krieger ist eine historische Überlieferung über eine Gruppe Diplomaten, die in die chinesische Wüste geschickt und nie
wieder gesehen wurde. Spekulationen über deren Verbleib gibt es vermutlich viele. Eine davon arbeitete der koreanische Regisseur Kim Sung-Su in seinem
bildgewaltigen Zweieinhalbstunden-Epos Musa - Der Krieger mehr als sehenswert auf.
Im Jahr 1375 herrscht in China Krieg zwischen der mongolischen Yuan- und der chinesischen Ming-Dynastie. Inmitten dieser Wirren wird eine Gruppe koreanischer Diplomaten
und Soldaten auf einer Friedensmission ins Wüstenexil geschickt. Auf ihrem gefährlichen Weg nach Hause beschließen sie unter Führung des unerfahrenen
Generals Jung Choi (Ju Jin-Mo) zu Friedenszwecken mit den Ming die entführte Ming-Prinzessin Bu-Yong (Zhang Ziyi) aus den Fängen der brutalen Yuan zu
befreien und brechen so eine brachiale Schlacht zwischen sich und den überlegenen Yuan vom Zaun, die in einem tragischen Finale gipfelt, als sich
herausstellt, dass die angesteuerte Wüstenfestung der Ming längst verlassen ist und die kleine Gruppe ganz auf sich gestellt ums Überleben kämpfen muss.
Musa - Der Krieger ist einer dieser Historienfilme, die sich richtig reinknien. Hier klebt man keine teuren und doch künstlich wirkenden CGI-Effekte übers Celluloid,
sondern besinnt sich trotz des immensen Budgets aufs Wesentlichere. Natürliche Kulissen, superbe Landschaftsaufnahmen, tolle Kostüme und brachial und
blutig angelegte Schlachten, bei denen es nicht auf Schwerelosigkeit und tänzerische Kriegsästhetik ankommt, sondern auf Muskelkraft beim Umgang mit
Schwertern, Lanzen und anderem Streitgerät. Dementsprechend sehen die Soldaten in den Schlachten—mal abgesehen von ihren strahlenden
Perlweiß-Gebissen—zunehmend ramponierter aus. Einzig störend in dem sonst so realistisch und glaubwürdig inszeniertem Treiben ist manchmal der wortkarge
Ex-Sklave Yeo-Sol (Jung Woo-Sung), der es im Kampf mit der Lanze gleich mit einer ganzen Horde an Feinden aufnehmen kann und als einziger Soldat schier
übermenschliche Fähigkeiten zu besitzen scheint.
Ansonsten trifft man mit der Charakterisierung der einzelnen Figuren ebenfalls voll ins Schwarze. So besteht die kleine Truppe aus unterschiedlichen
Figuren, die sich oft in den Haaren liegen, es aber genauso verstehen, als Einheit gegen den Feind zu kämpfen. Und selbst der Feind in Form einer
zahlenmäßig und kampftechnisch überlegenen Horde an Mongolen unter Führung des Generals Rambulwha (Yu Rongguang) ist hier richtig interessant profiliert.
So sind die Mongolen zwar die brutalen, skrupellosen Bösewichte, haben aber durchaus ihre nachvollziehbaren Beweggründe. Zhang Ziyi als gekidnappte
Prinzessin spielt mal angenehm zurückhaltend, wenn auch—wie inzwischen fast immer—die zickige Hochnase.
Die perfekte Dramaturgie lässt die gut 150 Minuten nie langweilig werden. In den Schlachten geht es richtig zur Sache und in den ruhigeren Momenten
menschelts unter schweren Rüstungen ohne zu nerven. Man hat das Gefühl, einen beinahe klischeefreien Film zu sehen, und kann den in vergleichbaren Filmen
oft zu verworrenen Kriegsstrategien gut folgen. Die deutsche Synchronisation ist dabei ebenfalls gut gelungen, auch wenn hier leider die
Verständigungsprobleme der einzelnen Völker (jeder spricht seine eigene Sprache, weshalb die Koreaner auch den feigen Dolmetscher Ju-Myeong (Park Yong-Wu)
mithaben) untergehen.
Musa - Der Krieger ist ein Kriegsfilm epischen Ausmaßes, der den großen Blockbustern Hollywoods mit Leichtigkeit das Wasser reichen und viele von
diesen sogar spielend überholen kann. Selten sieht man ein Kriegsepos, bei dem der Fokus auch auf den einzelnen Figuren liegt, so dass man in den brutalen
und (mal abgesehen von Yeo-Sols Lanzenkampfkünsten) realistisch inszenierten Kampfszenen richtig mit den Helden mitfiebern kann, ohne dass sie dabei allzu
glorifiziert werden. Ein spannender Handlungsverlauf, kernige Figuren (auch wenn einige leider trotzdem zu stark auf ihren Schönlingscharakter setzen) und
das löbliche Fehlen von unnötigen Liebeleien und peinlichen Bettszenen mit der Prinzessin machen Musa - Der Krieger zum perfekten Filmerlebnis, das
mit seinen 155 Minuten kein bisschen zu lang wirkt. Top!
© Shaoshi, 11. April 2010 |
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