TRIANGLE Tie Saam Gok
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HONGKONG | CHINA 2007• 89 MIN • FSK 16 THRILLER
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| REGIE | | Tsui Hark, Ringo Lam Ling-Tung, Johnnie To Kei-Fung |
| DARSTELLER | | Louis Koo Tin-Lok, Simon Yam Tat-Wah, Gordon Lam Ka-Tung,
Kelly Lin, Lam Suet, Sun Hong-Lei, You Yong, Li Hai-Tao, Lam Diy-Kuen, Chan Kai-Wa, Yip Chun, Chan Ho-Sai |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Der Thriller Triangle sei jedem wahren Hongkong-Filmfan ans Herz gelegt—nicht etwa, weil der kleine Film so herausragend gut wäre, was er nämlich
leider nicht ist—sondern viel eher, weil sich hier drei renommierte Hongkong-Regisseure für ein ganz besonderes Experiment zusammengefunden haben.
Gemeinsam drehen Tsui Hark, Ringo Lam und Johnnie To gemäß des exquisite corpse-Verfahrens einen Film, wobei jeder einen Teil davon nach eigenem
Gutdünken und auch erst nach Sichtung der Arbeit des jeweiligen Vorgängers gestaltet.
Es ist nicht verwunderlich, dass bei einem solchen Bestreben der Handlungsverlauf etwas in den Hintergrund rückt, zumal jeder Regisseur andere
Schwerpunkte setzt, den Charakter von Figuren ohne Erklärung einfach ändert oder ganze Handlungsstränge ins Leere laufen lässt. Als roter Faden lässt sich
jedoch die Geschichte von einem schiefgelaufenem Juwelenraub herausfiltern. Hierzu führt uns Tsui Hark im ersten Drittel des Films die Hauptfiguren ein. Da
wäre der übernervöse Fai (Louis Koo), der die Triaden im Nacken hat und deshalb seinen verschuldeten Kumpel Sam (Simon Yam) als Fahrer für seinen
geplanten Einbruch in ein Juweliersgeschäft gewinnen möchte. Sam, der angesichts seines finanziell und beziehungstechnisch den Bach runtergehendes Lebens
den »Job« kaum ausschlagen kann, zögert noch, zumal ihm auch sein Kumpel Mok (Sung Hong-Lei) vom geplanten Einbruch abrät. Kurz darauf erfahren die drei,
dass sich andernorts ein »Schatz« in Hongkong befindet, den die drei Männer freilich heben wollen.
Neben den Triaden fungieren auch noch Sams Frau Ling
(Kelly Lin) sowie deren Liebhaber, der nicht ganz saubere Bulle Wen (Gordon Lam), als Stolpersteine für die drei. Mit dieser Ausgangssituation, die uns
Tsui Hark recht solide und stimmig präsentiert, übergibt er die Arbeit an Kollege Ringo Lam, der zugunsten der möglicherweise tödlichen Beziehung zwischen
Sam und seiner Frau Ling fast alles andere stark vernachlässigt. Dabei ändert sich auch der Charakter der Figuren viel zu krass, so dass aus Tsui Harks
Psychospielchen ganz schön plakativ krankes Gebaren des Pärchens wird, das kaum noch etwas mit dem ersten Drittel gemein hat. Die Geschichte wird zunehmend
planloser, so dass es Johnnie To im letzten Drittel wahrlich nicht leicht hat, das konfuse Etwas zu einem befriedigenden, stimmigen Abschluss zu führen. To
führt mit einem verrückten Automechaniker (Lam Suet) eine neue Figur ein, in dessem benachbarten Restaurant man schließlich auch dem Finale entgegensteuert.
Johnnie To, der von allen drei Regisseuren den markantesten Stil hat, ändert Ringo Lams Figuren teils wieder radikal zu seinen Gunsten und sorgt
letztendlich auch für die meiste Action, wenn man sich im Restaurant und als Showdown in einem Feld hypnotische Schießereien liefert, wie sie nur von
Johnnie To kommen können. Sein Drittel unterhält mit am besten, doch so ziellos wie Triangle insgesamt ist, kann auch To das Ruder nicht mehr ganz
herumreißen.
Triangle ist ein äußerst fragwürdiges Unterfangen. Leute, die sich auf einen normalen Thriller, der in sich Sinn macht, eingestellt haben, werden
hier schwer enttäuscht werden. Als eigenständiger Film ist Triangle nämlich nicht zu gebrauchen. Zu viele unerklärliche Wendungen im Plot und den
Charakteren dürften so manchen Zuschauer, der lieber auf Logik und Kontinuität setzt, verscheuchen und die unterschiedlichen Stile der drei Regisseure machen aus dem Stoff einfach keine konsequente
Erzählung. Für echte Hongkong-Fans ist Triangle aber alle Mal zu empfehlen, ist es doch ein Streifen von drei besonders bekannten, beliebten und
talentierten Regisseuren, der unter Johnnie Tos Milkyway Image-Produktionsstube aus einem Experiment heraus enstanden ist—ein Experiment
freilich, das auf Kosten von Qualität ging und in dieser Form hoffentlich nicht noch allzu oft wiederholt wird. Bleibt sich zu fragen, was jeder Regisseur
aus dem Stoff gemacht hätte, wenn er den ganzen Film allein hätte drehen sollen.
© Shaoshi, 1. Januar 2010 |
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