THE MISSION - IHR GESCHÄFT IST DER TOD Cheung Fo
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HONGKONG • 1999 84 MIN • FSK 16 THRILLER
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KOMMENTAR | |
Seit Langem kultiviert Hongkong-Regisseur Johnnie To seinen ganz eigenen Stil, wenn es darum geht, Actionfilme und Thriller auf eigenwillige Weise zu
verewigen. Es ist ein lässiger, lakonischer Stil, ästhetisch, cool und mit einem treffsicheren Gespür für Charaktere und Ambiente. Ein Stil, mit dem
Johnnie To The Mission so unwillkürlich seinen Stempel aufdrückt, dass der Film auch zehn Jahre später noch
für Jubelgeschrei unter Tos Fans sorgt. Dabei passiert im Film nicht besonders viel, doch das umso besser inszeniert.
Als Triadenboss Lung (Eddy Ko) ins Visier unbekannter Attentäter gerät, lässt er sich von fünf Profis rund um die Uhr bewachen. Und diese fünf
Aushilfsbodyguards Curtis (Anthony Wong), Roy (Francis Ng), James (Lam Suet), Mike (Roy Cheung) und Shin (Jackie Lui), die unterschiedlicher nicht sein
könnten, wachsen bei ihrer Mission immer mehr zu einer Einheit zusammen, der sich nichts in den Weg zu stellen vermag. Selbst als Boss Frank (Simon Yam)
nach getaner Arbeit den Befehl gibt, in den eigenen Reihen aufzuräumen, zögern die Freunde. Können sie Shin, der angeblich eine Affäre mit Lungs Ehefrau
hatte, wirklich mit dem Tode bestrafen?
Dabei dreht sich ein Großteil des Films um die Arbeit der mundfaulen Bodyguards, die die meiste Zeit mit Warten verbringen müssen und dementsprechend
nutzlos in toll komponierten Bildern herumhängen. Das hätte nun schnell langweilig werden können, doch schon allein das simple Theme, das den ganzen Film
durchzieht, macht die Sache ziemlich lässig. Auch die feine Art, wie Johnnie To uns seine Charaktere näher bringt, ist klasse. Insgesamt erfahren wir über
die Figuren ziemlich wenig, aber genug, um sie nicht als blasse Pappaufsteller wahrzunehmen. Dieses ruhige Erzählen von Alltagssituationen wird immer
wieder unterbrochen von minutenlangen Schießereien, bei denen die fünf Profis beweisen, dass sie sich auch ohne Worte verstehen und im Personenschutz
echte Experten sind. Johnnie To schafft es wieder mal, seine Schießereien nicht in hirnlose laute Ballereien ausufern zu lassen, sondern zügelt auch hier
das Tempo und stilisiert den Schusswechsel zu einem fast schon hypnotischen Treiben. Eine Eigenart, mit der es Johnnie To mit seinen Zeitlupenschießereien
in PTU - Police Tactical Unit fast schon übertrieben hat. Hier aber setzt sich Johnnie To souverän
über die Gesetze des herkömmlichen Actionfilms hinweg und zaubert einen kleinen aber feinen Film, der sich um Ehre, Freundschaft und Gangsterwesen dreht,
dabei aber nicht mit verklärtem sondern mit beinahe realistischem Tenor erzählt und klar abgrenzt—auf der einen Seite die Personen im Film, auf der
anderen Seite der Zuschauer. The Mission bleibt an der Oberfläche, fast sachlich. Emotionen kann man nur erahnen, und doch funktioniert der Film.
Es ist halt ein echter, unverkennlicher Johnnie To.
Ein Meisterwerk ist The Mission trotz aller Lobeshymnen zwar nicht ganz, aber immerhin ein sehr solider, interessanter Film, der sich positiv
aus dem Actioneinerlei rund um den Globus hervortut. Der Film erzählt wenig und weiß doch zu gefallen. Johnnie Tos dunkle Atmosphäre, die Ernsthaftigkeit,
die immer wieder durch Momente mit Schmunzeleffekt durchbrochen wird, und nicht zuletzt die lässige Filmmusik verleihen dem lakonischen Streifen den
letzten Schliff, der visuell schlicht aber umso stilsicherer komponiert wurde. Für viele dürfte The Mission zu langsam, zu ruhig sein, doch wer den
hypnotischen Stil mag, der wird von dem atmosphärischen kleinen Actionthriller, dessen Charaktere auch noch prominent verkörpert werden, ganz in seinen
Bann gezogen.
© Shaoshi, 14. Dezember 2009 |
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