MOTHRA - DAS SIEGEL DER ELIAS MOSURA
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JAPAN • 1996 100 MIN • FSK 12 FANTASY | MONSTERFILM
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| REGIE | | Okihiro Yoneda |
| DARSTELLER | | Megumi Kobayashi, Sayaka Yamaguchi, Aki Hano, Kazuki Futami, Maya Fujisawa, Hitomi Takahashi, Kenjiro Nashimoto |
| MONSTER | | Mothra, Desghidorah |
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KOMMENTAR | |
Die Riesenmotte Mothra aus den Toho-Studios erblickte ja bereits 1961 mit ihrem Solo-Film Mothra bedroht die Welt das Licht der Welt und tauchte
regelmäßig in Godzilla-Filmen auf, um diverse andere Monster kräftig aufzumischen. 1996 erhielt Mothra mit Mothra - Das Siegel der Elias
einen weiteren Solo-Film, der den ersten Teil einer Mothra-Trilogie darstellt und selbstverständlich etwas familientauglicher und zeitgemäßer (d.h. mit
schlechten 90er-Jahre-Effekten und unerträglichen Kinderhelden) daherkommt.
Als der Vater der beiden Kinder Taiki und Wakaba beim Waldroden auf Hokkaido auf ein altertümliches Siegel auf einem Felsen stößt, nimmt er es als
Geschenk für Töchterchen Wakaba mit nach Hause und ahnt natürlich nicht, welch Unheil er damit anrichtet. Denn in dem Felsen schlummert seit Urzeiten das
Space-Monster Desghidorah, das durch das Entfernen des Siegels und mit Hilfe der bösen Fee Belvera wieder befreit wird und sich sofort aufmacht, sämtliche
Energie aus dem Erdenrund zu saugen, was auch das Ende der Menschheit bedeuten würde. Zum Glück bekommen die Grundschüler Taiki und Wakaba rechtzeitig
Besuch der beiden Mini-Feen Moll und Lora, die auf einer kleinen Motte namens Fee reiten und zu penetrantem Gesang neigen. Gemeinsam will man Mothra rufen,
die altersschwach auf ihrer entlegenen Insel ein Ei ausbrütet, sich aber sogleich aufmacht, gegen das Monster Desghidorah zu kämpfen. Und weil klar ist,
dass die alte Mothra Desghidorah nicht allein besiegen kann, macht sich auch schon Mothras Raupennachwuchs auf den Weg und versprüht tapfer seine pappigen
Seidenfäden.
Der Mythos der Riesenmotte, die auf einer fernen Insel von einem tanzenden Urvolk angebetet wird, verkommt in Mothra - Das Siegel der Elias
endgültig zum Kinderkram und wird auch noch durch die ein oder andere Ergänzung in andere Bahnen gelenkt. So reden die farbenfroh gekleideten
Mini-Schwestern hier zum Glück nicht gleichzeitig und haben mit Belvera im schwarzen 0815-Bösewichtskostüm und Hang zur Universumsbeherrschung auch noch
eine böse Schwester, der man zuletzt doch wieder verzeiht. Mothra war in ihren rund 40 Jahren auf den Fernsehschirmen ja zumeist als menschenfreundliches
Wesen bekannt, welches die Erde vor anderen Riesenmonster
beschützt. In Mothra - Das Siegel der Elias reizt man diese Eigenschaft aber bis zur letzten kitschigen Szene aus. Da fliegt nur so der Glitzerstaub
von Mothras großen bunten Flügeln; da wird in unnötigen Szenen vor Bluescreens gesungen, was das Zeug hält (wobei der klebrige Gesang in deutscher
Synchronisation noch viel unerträglicher klingt) und da sind natürlich (nervige) Kinder die Helden und die Erwachsenen nur unfähige, überflüssige Figuren.
Die Naivität und der Kitsch eines jeden vorangegangenen Mothra-Auftritts wird in Mothra - Das Siegel der Elias noch übertroffen. Hier nervt man mal wieder mit der
penetranter Öko-Botschaft und dümmlichen Dialogen (»Folgen Sie einfach dem Tal und alles wird gut.«) und appelliert mal wieder »pädagogisch wertvoll« an
die Menschlichkeit und den Umweltschutz. All das ist dann noch mit grottigen Effekten im kunterbunten Spielzeuglook verpackt, so dass Mothra - Das Siegel der Elias kaum
als Familienfilm denn als reiner Kinderfilm gilt. Mit dieser primitiven Geschichte rund ums einfachste Schwarz-Weiß-Denken und der kindgerechten
Inszenierung dürften sich wohl lediglich die abgehärtetsten erwachsenen Trash-Fans vergnügen können.
Mothra-Fans kommen aber auf ihre Kosten. Noch nie war der Riesenfalter so präsent. Dabei ist das Monster immer noch das bunte starre Plüschmodell wie eh
und je und die kleinere Ausgabe namens Fee je nach Bedarf plüschig oder nur ein Gummispielzeug. Auch als glitschige Riesenraupe gibt Mothra eine tolle
Figur ab. Nicht zuletzt machen dann auch die Monsterkämpfe Spaß. Denn der dreiköpfige Drache Desghidorah, der den Kenner stark an Ghidorah erinnert,
kämpft gegen Mothra sowohl im Motten- als auch im Raupenstadium und diese Kämpfe machen alles andere wieder wett. Zwar vermisst man ein wenig den Charme
vergangener Monsterkämpfe, doch für Mothra- und Trash-Fans ist es sehenswert, wenn sich die Monster wie gehabt in offensichtlichen Miniaturlandschaften bekriegen.
Mothra - Das Siegel der Elias ist also ein überdrehter, dämlicher Kinderfilm und so klebrig-süß wie kunterbunt. Die Kleinen werden sich am
harmlosen Monsterspaß erfreuen, die Erwachsenen werden sich wohl bodenlos über die kindgerechten Ideologien und die penetrante Öko-Botschaft ärgern.
Trash-Fans amüsieren sich über schlechte Effekte und herrliche Monsterkämpfe und das Schauspieltalent der Beteiligten, das mit ziemlicher Sicherheit
gegen Null strebt. So schafft es der Herr Papa nicht einmal schockiert oder überrascht zu schauen, sondern starrt nur ziemlich belämmert durch
die Gegend und die übertriebene Theatralik der Mini-Schwestern ist einfach nur peinlich. Für Mothra-Fans ist Mothra - Das Siegel der Elias trotz
allen Schrotts ein gefundenes Fressen. Nur Mothra-Hasser und bodenständige, anspruchsvolle Fernsehgucker sollten auf alle Fälle einen Bogen um das naive,
künstliche Knallbuntbonbon machen.
© Shaoshi, 6. Dezember 2009 |
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WEITERE INFORMATIONEN
»MOTHRA-TRILOGIE«
Mothra - Das Siegel der Elias [1996]
Mothra II - Das versunkene Königreich [1997]
Mothra III - King Ghidora kehrt zurück [1998]
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