LittleBigAsia.com - The Suspect (1998)
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THE SUSPECT
Jidu Zhongfan



HONGKONG • 1998
104 MIN • FSK 16
ACTIONTHRILLER


REGIERingo Lam Ling-Ting
DREHBUCHRingo Lam Ling-Ting
DARSTELLERLouis Koo Tin-Lok, Simon Yam Tat-Wah, Julian Cheung, Eric Moo, Ray Lui Leung-Wai, Ada Choi, Mike Cassey, Phillip Ko
WERTUNG6/10

KOMMENTAR

Hongkong-Regisseur Ringo Lam, seines Zeichens Garant für coole Action, verfällt bei The Suspect in lethargische Routine und schafft so höchstens einen soliden, wenig aufregenden Actionthriller.

Don Li (Louis Koo) wird in seiner Jugend im philippinischen Knast weggesperrt, nachdem er einen Auftragsmord begangen hat. Nach politischen Umschwüngen des Landes wird seine Haft drastisch verkürzt, so dass er mit Ende Zwanzig bereits wieder auf freiem Fuße verweilt und endlich ein normales, sauberes Leben beginnen möchte. Sein alter Triadenclan um Boss Chan Hung (Simon Yam) und Kumpel Max Mak (Julian Cheung), der für Don Li stets wie ein Bruder war, spielt da aber nicht mit. Kaum haben sich die Gefängnistore hinter Don geschlossen, wird er in ein Hotel beordert, wo bereits schweres Geschütz bereit liegt, um den Präsidentschaftskandidaten Velasco zu zerbomben, der gegenüber gerade eine Wahlkampfkundgebung vor versammeltem Volk abhält. Don weigert sich aber, weshalb sein alter Kumpel Max die Drecksarbeit übernimmt. Nur sieht es hinterher leider so aus, als wäre Don der Täter, so dass ihm nichts übrig bleibt als aus dem Hotel in den nächsten Kleinbus zu flüchten und dort die Journalistin Annie (Ada Choi) als Geisel zu nehmen. So gerät Don nicht nur ins Visier der Triaden sondern auch der Polizei und wird von allen Seiten quer durch Manila bis nach Hongkong und zurück gejagt. Don ist aber auch nicht auf den Kopf gefallen—er will die Welt von seiner Unschuld überzeugen und findet Unterstützung bei einer pünktlich auf den Plan tretenden Söldnertruppe um Darsteller Ray Lui.

Routiniert verwurstet Ringo Lam Altbewährtes und zeichnet die Story vom Gehetzten ganz schön uninspiriert. Das mag schon mal daran liegen, dass Louis Koo als flüchtender Don Li nie richtig als der unschuldig Gejagte rüberkommt und er im Grunde das Ruder ebenso in der Hand hat wie seine Jäger. Dabei schreckt er von Anfang an nie zurück wieder auf kriminelle Taten zurückzugreifen, was schade ist, da die Figur so sehr oberflächlich bleibt und keinerlei innere Twists auszutragen hat. Da hilft es auch nicht, wenn er seine Lebensgeschichte (»alle Gangster hatten eine schlimme Kindheit«) der schrecklich überflüssigen Journalistin Annie beichtet, die ein Buch darüber schreiben will. Zudem stimmt die Chemie zwischen den wie Brüdern aufgewachsenen Freunden Don Li und Max Mak überhaupt nicht. Die Story von den besten Freunden, die sich plötzlich als Feinde gegenüberstehen, nimmt man ihnen deshalb auch nicht ab. Auch Simon Yam als ehemaliger Boss Chan Hung, der jetzt mit neuer Identität operiert, bleibt ganz schön schwach, was aber auch an seiner relativ bescheidenen Leinwandpräsenz und der eher biederen Rolle liegen dürfte.

Die Action ist wohldosiert und bietet mit Schießereien, abstürzenden Hubschraubern, Explosionen und sich überschlagenden Autos alles, was so in einen Actionfilm gehört, wobei diese Szenen handwerklich auch solide inszeniert sind und für Blutverlust in allen Reihen sorgen. Das macht dann auch die blassen Figuren wieder wett, bietet insgesamt aber auch nur altbewährtes Actionfilmvergnügen und wird dazwischen auch noch durch eher überflüssige Szenen gestreckt.

Die auf dem DVD-Cover prophezeite »gnadenlose Hetzjagd« stellt sich bei The Suspect leider nie so recht ein—dafür sorgen das eher lahme Drehbuch, dem etwas die Rasanz fehlt, und Louis Koo, der es nie fertig bringt, den von allen Gejagten überzeugend zu porträtieren. So bleibt The Suspect ein mittelmäßiger Actionfilm, der zwar im Ansatz alles richtig macht, aber irgendwie lieblos die üblichen Versatzstücke aneinander reiht und einen Haufen seines Potentials verschenkt—und zwar bei den Charakterkonstellationen ebenso wie beim politischen Hintergrund, der im Grunde nur Aufhänger für irgendein anfängliches Attentat ist, um die Geschichte ins Rollen zu bringen. Richtig rollen will sie aber nicht. Dafür ist sie einfach nicht rund genug.

© Shaoshi, 27. November 2009

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