SHIRI Swiri
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SÜDKOREA • 1999 125 MIN • FSK 16 ACTIONTHRILLER
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| REGIE | | Kang Je-Kyu |
| DREHBUCH | | Kang Je-Kyu, Jeon Yoon-Soo |
| DARSTELLER | | Han Seok-Kyu,
Kim Yoon-Jin, Choi Min-Sik, Song Kang-Ho,
Yoon Joo-Sang, Park Yong-Woo, Jo Deok-Hyeon, Kim Soo-Ro, Nam Myeong-Ryeol, Song Yong-Tae, Park Ji-Il, Lee Seung-Yeon,
Jang Hyeon-Seong, Hwang Jeong-Min, Jo Seung-Yeon, Lim Hyeong-Joon, Lee Jong-Hyuk, Ji Dae-Han, Park Jeong-Gi, Jeong Se-Hyeong, Inseong, Jeong
Seung-Woo, Yeo Ho-Min, Bae Joong-Sik, Lee Pil-Mo, Lee Jeong-Hoon, Park Dong-Bin, Yoo Ha-Bok |
| WERTUNG | |  |
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KOMMENTAR | |
Der Actionkracher Shiri gehört wohl ohne Frage zu den bekanntesten Filmen aus Südkorea. Seinem Ruf
als besonders genialer Blockbuster wird er aber leider nicht so ganz gerecht.
Im Jahr 1999 ist Korea noch immer in Nord und Süd geteilt. Zarte Annäherungsversuche möchte man mit einem Fußballspiel zwischen einer nord- und
südkoreanischen Mannschaft im Stadion von Seoul tätigen. Eine Gruppe nordkoreanischer Terroristen um Oberbösewicht Park Moo-Yeong (Choi Min-Sik) und
Scharfschützin Lee Bang-Hee (Kim Yoon-Jin) würde das Land viel lieber schnell und mit Waffengewalt einen. Als sie den hochexplosiven Sprengstoff CTX
stehlen, drohen sie damit, das Stadion während des großen Fußballspiels in die Luft zu jagen. Die Polizisten Yoo Jung-Won (Han Seok-Kyu) und Lee Jang-Il
(Song Kang-Ho) wollen dagegen vorgehen, doch das gestaltet sich als schwieriger als erwartet, da sich in den eigenen Reihen ein Maulwurf zu befinden
scheint.
Weil die Nordkoreaner ja die Bösen sind, bekommen wir im Prolog erst einmal eine kleine Einführung in die nordkoreanische Terroristenausbildung, die
unmenschlich und äußerst hart ist und uns zeigt, dass die Scharfschützin Lee Bang-Hee ganz besonders zäh ist und man auch in Korea nicht vor den üblichen
Klischees zurückschreckt. Für den Film ist diese Szene eigentlich nicht weiter wichtig. Es zweifelt ja schließlich niemand daran, dass die Terroristen
perfekt ausgebildet sind und ausgerechnet Lee Bang-Hee die Beste ihrer Art ist.
Die Thematik von der Wiedervereinigung und auch die ausführliche Art, mit der man sich den Hauptcharakteren widmet, ist typisch koreanisch, doch sonst
ist Shiri in seinem Verlauf auffallend westlich orientiert. Tatsächlich stellt es sich als das größte Manko heraus, dass man versucht, sich so
perfekt wie möglich dem durchschnittlichen Hollywood-Actionfilm anzunähern, so dass man fast schon glaubt, sich mit Shiri einen solchen
einzuverleiben, wären die Helden—und immerhin das noch ganz Hollywood-untypisch—Koreaner.
Die üblichen Zutaten vom Wettlauf gegen die Digitalanzeige einer Bombe über ausgedehnte Shootouts und die ein oder andere CGI-Explosion sind alle
vorhanden, was den Actionfan freuen sollte. Die Actionszenen sind gut über den ganzen Film verteilt und kommen relativ blutig und brutal daher. Leider
wackelt bei den Schießereien die Kamera ganz schön heftig, um die eher biedere Inszenierung dieser Szenen zu vertuschen. Bis zum großen Finale im Stadion
ist es aber noch ein langer Weg, auf dem wir auf ausführliche Art und Weise die Hauptfiguren vorgestellt bekommen. Kollegen Yoo und Lee sind auch im
Privatleben gute Kumpels, und Yoo ist zudem noch glücklich mit einer Aquaristik-Expertin liiert. Löblich ist zwar, dass man die wichtigsten Figuren so
besser kennen lernt als in den meisten anderen Actionfilmen, doch sind es gerade diese Szenen um das Dreiergespann, das in ihrer Freizeit gemeinsam Essen
geht oder andere Geselligkeiten unternimmt, die viel zu ausführlich sind und dem Film daher stellenweise den Wind aus den Segeln nehmen. Andererseits
bekommt gerade die Liebesgeschichte mit Fortgang der Handlung immer mehr an Tiefe und es wird deutlich, warum man sich so sehr darauf versteift. Der
Aufmerksame wird das ganze Drama zwar schon zu Beginn durchschauen, doch bietet das die gelungene Würze eines sonst eher durchschnittlichen Actionfilms.
Insgesamt ist Shiri ein Actionfilm mit gefühltem Tiefgang, der aber gerade wegen seiner Drama-Elemente stellenweise etwas zäh geraten ist. Der Rest
ist ganz schön amerikanisch, was man als Asienliebhaber ja nun auch nicht unbedingt gerne sieht. Zum Glück lässt einen die opulente Optik des handfest
produzierten Actionthrillers Shiri den rund zweistündigen Ausflug nach Pseudo-Hollywood schlucken. Hier kann man eigentlich nicht viel falsch machen,
wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt.
© Shaoshi, 22. November 2009 |
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