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THE LEGEND OF GINGKO 2: THE GINGKO BED
Eunhaengnamoo Chimdae



SÜDKOREA • 1996
88 MIN • FSK 16
FANTASY


REGIEKang Je-Kyu
DARSTELLERHan Seok-Kyu, Shim Hye-Jin, Jin Hee-Kyeong, Shin Hyun-Jun, Kim Hak-Cheol, Kim Myeong-Gook, Ryoo Soon-Cheol, Ji Choon-Cheol, Choi Hak-Rak, Lee Il-Soo, Hong Seong-Deok, Yoo Yeon-Soo
WERTUNG5/10

KOMMENTAR

Mit dem »Vorgänger« The Legend Of Gingko - Das Schwert des Himmels hat The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed übrigens nichts gemein. In Deutschland als zweiter Teil der Legend Of Gingko-Filme ausgewertet, ist er eigentlich der erste Teil und brachte 1996 offensichtlich die südkoreanische Filmindustrie—was Kinofilme betrifft—ins Rollen. Vergleicht man The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed mit Produktionen, die nach ihm erschienen sind, muss man bei dem Fantasy-Märchen-Geister-Spektakel doch einige Defizite erkennen.

Zeichenlehrer Su-Hyun hat in letzter Zeit gehäuft Visionen von einer altertümlich gekleideten Frau und einem massiven Bett, das aus Gingkoholz geschnitzt wurde. Als er dieses Bett zufällig auf einem Straßenmarkt sieht, kauft er es ohne zu zögern—seine Freundin hat ja sowieso längst verlauten lassen, dass ihr der Sex auf seinem schmalen Sofa nicht so behagt. Mit Einzug des antiken Möbelstücks fangen die Probleme aber erst richtig an. Plötzlich ist ein langhaariger, Herzen herausreißender Typ hinter Su-Hyun her und auch die schöne Frau aus seinen Visionen spielt wieder eine Rolle. Von einem traditionellen Instrumentenbauer erfährt Su-Hyun dann die ganze Geschichte von einer Dreiecksbeziehung, die sich vor knapp 200 Jahren zugetragen hat. Damals nahm sich General Hwang (der nun als düsterer Geselle im heutigen Seoul herumgeistert) auf einem seiner Kriegszüge die schöne Prinzessin Mi-Dan zur Gemahlin, weil er unsterblich in sie verknallt war. Die zeigte dem General jedoch stets die kalte Schulter, weil sie sich bereits in den Musiker Jung-Mun verliebt hatte. Die Feindschaft der beiden Männer forderte freilich ein tragisches Todesopfer und so wurde Jung-Mun als Maler Su-Hyun wiedergeboren. Nun will der Geist der schönen Mi-Dan Su-Hyun nahe sein und Hwang will es verhindern. Es kommt zum tragischen Finale.

Die Story ist beileibe nicht neu. Diese Art der Dreiecksbeziehung findet sich nicht nur in jeder drittklassigen asiatischen Seifenoper und auch von versprengten Geistern, die nach ihrer großen Liebe suchen, haben wir schon oft (auch Besseres) gesehen. In The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed spult man also nur Altbewährtes ab und bleibt trotz aller Dramatik zum Ende hin eher an der Oberfläche. Die Beziehung zwischen Su-Hyun und seiner Freundin, die als Ärztin im Krankenhaus dank Mi-Dan einen Fehler macht und als Pfuscherin rausgeworfen wird, nervt vor allem zu Beginn, aber auch sonst wird ständig gestritten und geschrieen, weil die beiden irgendwie ein ziemlich angespanntes Paar sind. Daran sind natürlich auch die Gegebenheiten schuld, doch weil keiner den anderen verstehen will, fragt man sich schon bald, warum die beiden überhaupt zusammen sind. Viel schlimmer allerdings ist die Beziehung zwischen Su-Hyun und Mi-Dan. Er kann sich nämlich überhaupt nicht an sie oder sein früheres Leben erinnern. Erst als ihm der Schreiner in ein paar Rückblicken mit Kostümen und schöner Musik alles erzählt, ist er plötzlich wieder unsterblich in Mi-Dans Geist verliebt—eine Wendung, die man kein bisschen nachvollziehen kann.

The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed verkommt irgendwie zur Mischung aus Fantasy-Märchen, Geisterfilm und Krankenhausdrama, dazu ein bisschen Splatter und die üblichen Romantikzutaten, die hier allerdings kaum funktionieren. Langweilig ist The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed zwar nicht, aber wirklich fesselnd auch nicht. Die Handvoll Spezialeffekte sind eher doof, der Handlungsbogen eher verrückt und die Optik schwankt zwischen schlecht ausgeleuchteten Zimmern und überbelichteten Sequenzen in farbloser Szenerie.

Man mag es ja kaum glauben, dass dieser Film in Südkorea einst über 1,5 Millionen Zuschauer ins Kino gelockt hat. Dramaturgie und Optik kranken hier doch ziemlich und bieten nicht gerade originelles Filmvergnügen. Kann man zwar anschauen—mit 88 Minuten ist der Streifen ja ziemlich kompakt—man verpasst aber auch nichts, wenn man The Legend Of Gingko 2: The Gingko Bed nicht gesehen hat.

© Shaoshi, 21. November 2009

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